Einträge getaggt mit Kommunikation

PMP003 - Albert Fußmann (von medialepfade)

re:view re:publica 2011

Meine Einschätzung des Phänomens re:publica:

- die re:publica ist eine offene Experimentierlocation für KOMMUNIKATION unter veränderten Bedingungen (Leitmedienwechsel)

- die Themen der Sessions/Vorträge/Workshops dienen eher zur Strukturierung und Impulsanreicherung, im Zentrum steht der kommunikative “Zwischenraum”: digital z.B. Twitter, analog viele Lounges für Gespräche + mitteilungsfreudiges Publikum

- Jean-Luc Godard hätte also seine Freude an diesem Konferenzformat, da das von ihm vermisste “zwischen” dort in epischer Breite existiert

- durch paralleles, individuelles “Multimedia”DJ-ing mittels Digicam, Smartphone etc. läuft simultan so’ne Art “tätiges Erinnern” und schafft einen riesigen, digitalen, öffentlichen Raum

Beobachtungen:

- analog und digital werden nicht als Gegensatz gesehen, sondern als Einheit (Digital ist in den Wirkungen und Folgen genauso real, wie analog)

- alle Elemente “moderner” Bildung sind integriert:

  • Selbstbestimmung - Du bist die/der Regisseur/in, durch die Kreation Deiner individuellen Session-Agenda 
  • Mitbestimmung - Du kannst auf vielfältige Art mit- und weiterdiskutieren bzw. selber Sessions anbieten (Call for papers) 
  • Solidaritätsfähigkeit - Ideen und Initiativen können sich verbreiten und unterstützt/ge”liked” werden

Jörg Kaspari

@Joerg_Kaspari

Im Internet ersetzt das Vertrauen auf Kommunikation die
Vertraulichkeit von Kommunikation
Peter Kruse
(Von autopoiet gerebloggt)
Wir haben es mit nichts Geringerem zu tun als mit der Vermutung, dass die Einführung des Computers für die Gesellschaft ebenso dramatische Folgen hat wie zuvor nur die Einführung der Sprache, der Schrift und des Buchdrucks. Die Einführung der Sprache konstituierte die Stammesgesellschaft, die Einführung der Schrift die antike Hochkultur, die Einführung des Buchdrucks die moderne Gesellschaft und die Einführung des Computers die nächste Gesellschaft. Jedes neue Verbreitungsmedium konfrontiert die Gesellschaft mit neuen und überschüssigen Möglichkeiten der Kommunikation, für deren selektive Handhabung die bisherige Struktur und Kultur der Gesellschaft nicht ausreichen. Jede Einführung eines neuen Verbreitungsmediums muss daher zur Umstellung dieser Struktur und dieser Kultur fuhren, soll sie auf breiter Front überhaupt möglich sein. Andernfalls wird das neue Medium auf eine periphere Verwendungsform beschränkt.

Quelle: Dirk Baecker (2007) Studien zur nächsten Gesellschaft, S. 7 

Einstündiges Interview mit Dirk Baecker, Soziologe bei Sternstunde Philosophie:

Die Krisen der Computergesellschaft - Sternstunde Philosophie - Schweizer Fernsehen: SF Videoportal

(Von autopoiet gerebloggt)